Alle Zeiten hatten in Deutschland ihre „Stimmen“, Sänger und Sängerinnen populärer Schlager, die überall aus den Radios zu hören waren. Hier ein kleiner Überblick bis 1990.

Aus den 20ern kennt heute fast jeder noch „Marlene Dietrich“ und die „Comedian Harmonists“, zumindest vom Namen her. In den 30ern waren es „Hans Albers“, „Zarah Leander“ oder „Heinz Rühmann“, die sich in die Herzen der Deutschen sangen. „Evelin Künneke“ und „Detlev Lais“ gehörten zu den Nachkriegslieblingen der Schlagermusik und in den 50ern stachen „Catarina Valente“ und „Vico Torrani“ heraus, bevor in den 60ern die große Revolution mit der Beat-Musik anbrach. Während „Freddy Quinn“ und „Bill Ramsey“ (auf Deutsch) noch klassische Schlager sangen, war „Cliff Richard“ einer der ersten Vertreter der Beat-Bewegung. Hauptsächlich beeinflusste die Musik der „Beatles“ die deutsche Schlagermusik, während die „Rolling Stones“ die Ära des Rock in der Unterhaltungsmusik einläuteten. Richtige Rockmusik kam seinerzeit nur aus den USA und England und Gruppen wie Led Zeppelin, Uriah Heep, Black Sabbath und Status Quo feierten ihre Erfolge in Deutschland und im „Beat Club“ in Hamburg. Klassische Beat- und Rockmusik sorgte für viel Nachahmer in Deutschland, die aber nie so richtig Erfolg hatten. Eine deutsche Rockband, die Ende der 60er Jahre gegründet wurde, war „Can“, die auch sehr viele Soundtracks komponierte.

In den 70er Jahren überkam Deutschland dann die Disco-Welle. Die schwedische Band „Abba“ und die Afro-Band „Boney M.“ dominierten lange Zeit das Schlager- und Popmusik-Geschehen, bis 1976 „Die neue Deutsche Welle“ losbrach. Endlich kam etwas Innovation in der deutschen Unterhaltungsmusik. Bands schossen wie Pilze aus dem Boden „Ideal“, „Extrabreit“, „Spliff“ (Band von Nina Hagen), „DAF“, uvm., belebten die Partys und Konzerte. Schätzungsweise Anfang der 80er Jahre erlangte die NDW ihren kurzen Höhepunkt. „Nena“ feierte ihren Erfolg mit „99 Luftballons“ und „Falco“ aus Österreich kam ganz groß mit „Der Kommissar“ raus. Aus der seinerzeit noch existierenden DDR machten gleichzeitig zwei Gruppen auf sich aufmerksam, „Karat“ und „Puhdys“, die auch nach der Wiedervereinigung große Erfolge hatten.