CDs und DVDs sterben aus – Besteht Gefahr für die Musikbranche?

Beinahe macht es den Anschein, als seien physische Musikdatenträger wie CDs und DVDs nur noch Relikte für Sammler und Nostalgiker. Ja richtig, die Vinyl-Schallplatte erlebt gerade auch wieder eine Art Renaissance, aber ist das etwas, wovon die Musikbranche, vor allem aber die Musiker noch leben können? Hauptsächlich sind es die allseits bekannten Musikplattformen wie iTunes (für Apple) oder Spotify (Windows/Android), die nach den kleinen Massenspeicher (USB und MicroUSB) den klassischen Datenträgern den Rang abgelaufen. Wer sich ein wenig in der Materie auskennt, lädt auch einfach so, ohne irgendetwas an irgendwen zu zahlen, jedes beliebige Lied oder ganze Alben als MP3 aus dem Internet.

Auch neue, sog. Home-Assistenten wie „Alexa“ (Amazon), „Cortana“ (Windows), „Google Home“ (Google) oder „Siri“ (Apple) suchen im Internet jedes beliebige Stück und spielen es auf Wunsch ab. Nun gut, bei denen hat man zumindest noch die Gewissheit, dass etwas gezahlt wird, nur reicht das aus, um die Musikbranche mittel- oder langfristig am Leben zu halten, bzw. zu finanzieren? Auch wenn man auf Portale wie „Youtube“ schaut, bekommt man eher den Eindruck, dass der Trend hin zu „gratis“ geht, als zum bezahlten Musikgenuss. Eine sehr ernst zu nehmende Entwicklung, denn auch Musiker wollen und sollen gut von ihren Einkünften leben können.

Natürlich wird gern das Argument angeführt, dass Musiker auch andere Einnahmequellen wie Konzerte, TV-Austritte und Werbung haben, aber bis sie so bekannt oder berühmt sind, bis diese Faktoren greifen, kann es eine ganze Weile dauern, und genau die müssen junge oder neue Musiker erstmal überwinden. Eine Art Lotto-Gewinn ist wohl, wenn Musiker per Zufall im Internet entdeckt werden, weil sie ihr Debüt-Stück irgenwo hochgeladen haben und es dann auf allen sozialen Medien geteilt. Soll das die moderne Alternative sein?

Die Musikbranche steht ähnlich unter Druck wie die Filmindustrie und es bleibt nur die Hoffnung an die Menschen zu appellieren, so etwas wie eine „Fair Play“-Haltung im Umgang mit Musik zu entwickeln, ansonsten könnte es für gute Musik schon sehr bald düster aussehen.